Im Jahre 700 wurde, aus China kommend, Tee in Japan eingeführt.
Der Tee, wie er zur Teezeremonie auf japanisch Chanoyu - gebraucht wird, heißt Matcha und ist ein grüner Tee in Pulverform.
Diese Art Tee kennt man in Japan seit dem 12.Jahrhundert.
Allerdings war er zu dieser Zeit kein Getränk für jedermann, sondern eine große Kostbarkeit und Medizin.
Die Mönche des Zen-Buddismus tranken ihn gegen Müdigkeit bei langen Meditationen.

Ab dem14.Jahrhundert wurde das Teetrinken populär und die Zeremonie als solche zu einem gesellschaftlichen Ereignis.
Es bürgerten sich Regeln und Übungen ein, die auch heute noch Grundlage jeder Teezeremonie sind.
Auf diese Entwicklung hatten die Samurai, die damalige Ritterklasse, großen Einfluss.
Im Sinne einer Teezeremonie bedeutet das Teetrinken nicht, seinen Durst zu löschen, sondern ist ein die Seele reinigender Vorgang.
Begriffe wie Würde, Ästhetik und Ruhe vermitteln vielleicht ein wenig diesen Sinn.
Von alters her wird dir Teezeremonie in einem eigens für diesen Zweck gebauten kleinen Haus durchgeführt.
Die Gäste versammeln sich in Wartezimmer des kleinen Teehauses. In einem Steingefäß befindet sich frisches Quellwasser, mit dem
die Gäste sich die Hände waschen und den Mund ausspülen.
Danach begibt man sich zusammen mit dem Gastgeber durch eine niedrige Tür in das Teezimmer.
Der Gast muss sich bücken und kommt so in innere Demut.
Nachdem alle Gäste den Raum und die Teegeräte ausgiebig bewundert haben, nehmen sie vor dem Gastgeber oder Teemeister Platz.
Es wird ein kleines Essen angeboten.
Auf ein Zeichen des Gastgebers hin begeben sich alle Gäste in den Garten.
Der Hauptteil der Teezeremonie wird mit einem Gong angekündigt.

Die Gäste gehen wieder in das Teezimmer, wo sich nun Blumen befinden.
Nun beginnt die eigentliche Zubereitung des Tees.
Pro Gast werden 3 Löffel Matcha in die Teeschale getan und mit heißem Wasser aufgefüllt.
Dann wird die Flüssigkeit mit dem Bambusbesen so lange geschlagen, bis ein grüner, dickflüssiger Tee entstanden ist.

Dieser Tee heißt Koicha. Die Teeschale wird auf einen bestimmten Platz gestellt, und der Gast nimmt sie mit einer Verneigung.
Er lobt den guten Geschmack des Tees nach einem ersten Schluck und nimmt dann weitere Schlucke, bevor er die Schale an den
zweiten Gast weiterreicht.

Die Stelle, von der getrunken wurde, reinigt man mit einem extra dafür bestimmten Papier, etc.

Der letzte Gast gibt die Teeschale zurück an den ersten und dieser an den Gastgeber.
Zum Schluss trägt der Gastgeber alle Geräte aus dem Teezimmer und bedeutet so das Ende der Zeremonie.
Mit einer tiefen Verneigung geleitet er seine Gäste in den Garten und verabschiedet sie dort.

Wird eine Teezeremonie exakt und perfekt durchgeführt, dauert sie bis zu 4 Stunden.
In dieser japanischen Zeremonie ist es wie in den klassischen Budokünsten, die Geduld steht am Anfang der Übung.


Dieser Artikel ist im Budo-Karate Heft 01.2004 erschienen


In meinen Händen halte ich
eine Schale Tee.
Seine grüne Farbe ist ein Spiegel der Natur, die uns umgibt.
Ich schließe meine Augen,
und tief in mir finde ich die grünen Berge und das klare Wasser der Quellen.
Ich sitze allein,
werde still und fühle, wie all dies ein Teil von mir wird.

Finde über die Kraft Deines Körpers zu Deinem Geist!!.....Finde über die Kraft Deines Körpers zu Deinem Geist!!